Wintergemüse liegt voll im Trend

5. März 2019 von
Schwarzwurzeln haben gerade Hochkonjunktur. Foto: Pixabay

Region. Auch die Spargelbauern hier im Braunschweiger Land stehen schon in den Startlöchern, doch auf Mittagstischen zwischen Harz und Heide wird aktuell noch Wintergemüse serviert – und das mit großer Beliebtheit, wie der Landesbauernverband Niedersachsen mitteilt. „Gerade vergessene Gemüsesorten, wie Schwarzwurzeln oder Steckrüben, werden aufgrund der Trends „regional“ und „nachhaltig“ besonders von jüngeren Kunden verstärkt nachgefragt“, erklärt Alexandra Uhrbach, Gemüseanbauerin aus dem niedersächsischen Winsen an der Luhe.

Regional erzeugtes Wintergemüse ist Trend: Die verschiedensten Kohlarten, aber auch Steckrübe, Rote Bete, Pastinaken oder Schwarzwurzeln erlebten in den vergangenen Jahren einen Boom und werden weiter nachgefragt. „Es gibt aber nur wenige Gemüsebauer, die Schwarzwurzeln anbauen. Das hängt vor allem mit dem Boden zusammen“, erklärt Erich Klug von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Schwarzwurzeln benötigen sandige, humose, nährstoffreiche und steinfreie Böden.

Kalorienarm mit Vitamin B

Wie Möhren auch werden Schwarzwurzeln geschält, was aber aufgrund des milchigen, klebrigen Saftes, der die Haut verfärbt, keine schöne Arbeit ist. Doch Tipps, wie unter fließendem Wasser schälen oder Einmalhandschuhe verwenden, schaffen Abhilfe, um das Gemüse mit dem einzigartigen, würzigen und leicht nussigen Geschmack genießen zu können. „Gesund sind Schwarzwurzeln zudem“, stellt Alexandra Uhrbach heraus. Eine Portion von 200 Gramm enthält sechs Milligramm (mg) Eisen, was der Hälfte des Tagesbedarfs entspricht, sie sind zudem kalorienarm und enthalten B-Vitamine, Kalium, Magnesium und Phospor.

Alexandra und Bernd Uhrbach haben vor acht Jahren auf ihrem seit 150 Jahren bestehenden Familien-Gemüsebaubetrieb in Winsen/Luhe beschlossen, neben Kohl, Möhren, Rote Bete und Steckrüben auch den „Spargel des kleinen Mannes“ mit ins Programm zu nehmen. „Stetig haben wir unsere Anbaufläche erhöht, sodass Schwarzwurzeln mittlerweile auf 40 Hektar (ha) wachsen“, erklärt Alexandra Uhrbach.

Die Grenze sei aber nun erreicht, denn hinzukomme, dass Schwarzwurzeln nicht einfach zu handhaben seien, erklärt die Gemüsefachfrau. Das fange bei der Drillmaschine für das ganz spezielle Saatgut an und hört bei der aufwändigen Ernte auf. Von Mitte Oktober bis in den März hinein werden die Schwarzwurzeln mit bis zu einer Länge von 50 Zentimetern geerntet. Sie sitzen tief in der Erde und müssen mit Spezialtechnik gelockert werden, bevor sie möglichst unversehrt im Ganzen geerntet werden können.

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