Waldmeistergelee aus der Zauberküche

12. Mai 2015 von

Wir waren wieder in der Zauberküche von Carola Ittermann zu Besuch und haben ein Waldmeistergelee gekocht, das eigentlich aus allen Zeilen duften müsste.

Ein verwunschener See.

Ein verwunschener See.

Ist es die Besonderheit des Ortes, die die Menschen prägt? Oder prägt der Mensch, das, was um ihn herum liegt. Die Alten Römer nannten das Unerklärliche Genius loci – »der Geist des Ortes«. Wenn man von der Zauberküche Carola Ittermanns in Salzgitter auf Erkundungstour geht – Kulinarisch38 war bereits auf der Spur der Mirabelle –, dann spürt man diesen kreativen Schutzgeist, der unter der Hand der Stille das wachsen lässt, was später Leib und Seele zusammenhält. Carola Ittermann hat die Augen offen und findet deshalb für die Zubereitung ihrer Marmeladen und Gelees immer etwas. Nur wenige Meter von der Zauberküche tut sich der Vorhang des frischen Grüns auf und in der hellen Maisonne schläft ein kleiner See. Von Menschenhand in die Erde gegraben, hat er sich mit den Jahren mit Wasser gefüllt und Baum und Strauch haben ihn eingefriedet. Wenn die Schilder nicht wären, man könnte denken, hier ist der menschliche Alltag ausgesperrt. Aber Verbote und Regelungen sind wie Unkraut und wachsen an den entlegensten Stellen.

Carola Ittermann auf der Pirsch.

Carola Ittermann auf der Pirsch.

Wieder ein besonderes Fleckchen Erde

An einer kleinen Lichtung zeigt Carola Ittermann auf ein kleines Feld. Dort, wo die Sonne sich ihren Weg ungehinderter bahnen kann, blüht er schon, der Meister des Waldes. Mit seinen zarten, weißen Blüten. An den schattigen Stellen leuchtet nur das zarte Grün. Der Waldmeister galt über Jahrhunderte als Heilmittel. Gerühmt wurde seine beruhigende Wirkung. Die Heilkundler setzten ihn auch zur Stärkung der Gefäße ein. Wegen des enthaltenden Cumarins hat das Kraut seinen guten Ruf verloren. Da es erst mit der Blüte entsteht, erntet Carola Ittermann ihn im jungen Stadium, um einmal mehr etwas in Gelee zu gestalten, was man sonst vor allem zum 1. Mai gerne trinkt. Wir kochen heute Maibowle im Glas. Dazu hat Carola Ittermann die Waldmeisterstängel zusammengebunden und in Wein eingelegt.

Frische Waldmeisterblätter für das Gellee.

Frische Waldmeisterblätter für das Gellee.

Bezaubernder Duft

Als wir mit dem Kochen beginnen, ist die Zauberküche gleich von einem bezaubernden Duft eingehüllt. Waldmeister, den man übrigens auch bestens in Duftkissen einarbeiten kann, damit er die herrlich beschwingte Wirkung entfalten kann, riecht einfach unglaublich frisch und aromatisch. Wie ein blank geputzter Himmel, ein quellfrischer Bach, eine linde Frühlingsbrise. Zusammen mit dem Wein bekommt man bereits beim Kochen Hunger. Ich frage mich, wie man es hinbekommen kann, Gelees oder Konfitüren immer gerade so zu gelieren, dass das Ganze nicht zu fest oder nicht zu flüssig wird. Carola Ittermann lächelt nur und erklärt, dass man natürlich schon die Mengeneinheiten beachten müsse. Der Rest sei Gefühl und Tagesform. Wenn das Gelee bei der Probe nicht fest genug ist, könnte man noch etwas Gelierzucker nachgeben.

Frisch abgefüllt.

Frisch abgefüllt.

Gute Erinnerungen

Bei dieser Charge ist jedenfalls alles bestens gelungen. Fürs Auge und sicher ebenso für den Gaumen streut Carola Ittermann etwas gehacktes Kraut in die Gläser und befüllt sie anschließend mit geübter Hand mit der Flüssigkeit. Bei mir würde das doppelt so lange dauern und ein guter Teil würde daneben gehen. Hier fließt alles leicht wie das Produkt, das auch noch im Sommer oder Herbst dafür sorgt, dass man an die ersten zauberhaften Gefühle des jungen Jahres erinnert wird.  Ob man in Salzgitter besonders kreativ wird oder ob der Schutzgeist Carola Ittermann einfach nur in dieses kleine Paradies gelockt hat. Wer weiß das schon. Aber entscheidend ist ja vor allem, dass die Früchte in den Gläsern schmecken. Und das tun sie.

Und genussfertig.

Und genussfertig.

Carola Ittermann
Fruchtaufstriche
Alter Weg 57
38229 Salzgitter
Tel.: 05341 87 10 79
Email: Carolas-Fruchtaufstrich@web.de

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