Testessen: Leichte Schwächen trotz gutem Essen

4. Mai 2018 von
Der Rats-Keller in Helmstedt hatte Besuch von unseren Testessern. Fotos: Marc Angerstein

Helmstedt. Innen rustikal, draußen gemütlich. Die Erwartungshaltung an ein Restaurant, das den Namen Rats-Keller trägt, wurde in der Stadt zwischen Elm und Lappwald nicht enttäuscht. Alt und dunkel die Anmutung im Inneren, dunkles Interieur und historische Gemäuer, die viel zu erzählen hätten. Bei schönem Wetter lädt auch die Außenbestuhlung auf dem Marktplatz zum Verweilen ein und lockte unsere regionalKulinarisch.de-Testesser an.

Die Bedienung drinnen wie draußen sehr aufgeschlossen, aufmerksam und freundlich. Die Karte eher rustikaler Standard ohne besondere „Highlights“, dafür aber mit einem angemessenen Preis-Leistungsverhältnis. „Schweineschnitzel“, als „Spezialität des Hauses“ angepriesen, in verschiedenen Zubereitungs-Varianten, bekommen Gäste des Kellers schon ab 14,50 Euro, außer Samstags. Dann nämlich ist „Schnitzeltag“ und das Schweinefleisch wird rabattiert angeboten: Dann beginnen die Variaten preislich bereits bei 11,50 Euro.

Unsere Testesser haben sich auch für Schnitzel entschieden, allerdings von der saisonalen Spargelkarte. Vorweg zur Einstimmung – bewusst keine legierte Spargelsuppe – eine Helmstedter Hochzeitssuppe mit feinem Gemüse, Eierstich und Klößchen. Nach unserem Geschmack etwas zu viel Gemüse, auf Nachfrage wurde uns aber erklärt, dies sei das besondere, quasi das „Helmstedt“ an der Hochzeitssuppe. Geschmacklich intensiv und schön heiß serviert. 4,50 Euro werden dafür berechnet.

Der frische Spargel vom Hof Kaufmann in Gifhorn wird ohne Gewichtsangabe als „Portion“ mit zerlassener Butter und Kartoffeln für 11,90 angeboten. Ein paniertes Schweineschnitzel schlägt dann mit 9,90 Euro zu Buche. Der Preis für „Rührei“ von 5,90 Euro bewog uns, dies zusätzlich zu bestellen, da wir diesen Preis für ungewöhnlich hoch hielten und sehen wollten, ob er gerechtfertigt ist. Serviert wurden offenbar 3 Rühreier mit etwas Schnittlauch. Die mitteldicken Spargelstangen waren hervorragend geschält und auf den Punkt gegart. Das Schweineschnitzel vom Stück fanden wir etwas zu trocken, aber in Kombination mit der zerlassenen Butter und dem Spargel trotzdem ein Genuss.

Unser Hauptgang Spargel mit Schnitzel und Rührei kostete somit 27,70 Euro pro Person.

Der Service ließ kleine Schwächen erkennen, so beim Einsetzen der Gänge, beim Verbleib des (unbenutzten) Aschenbechers beim Essen oder der Gewürzmenagen beim Dessert, das uns übrigens außerhalb der Karte empfohlen wurde. Es war eine durchaus säurehaltige und erfrischende Orangencreme, die eigentlich in Kombination mit einer belgischen Waffel hätte serviert werden sollen. Auf die hatten wir bei der Bestellung allerdings verzichtet, so dass am Ende nur 3,00 Euro auf der Rechnung standen. Das hätten auch gern 4,50 Euro sein dürfen.

Unser Testessen wurde von einem trockenen 0,2 Pinot Grigio (leider ohne Jahrgangsangabe und Herkunft) für 5,50 Euro begleitet. Das Mineralwasser (offen ausgeschenkt) wurde in einen stillosen Coca-Cola-Glas serviert.

Nach unserem Testkriterien kommt der Rats-Keller Helmstedt auf genau 3,5 Lecker-r. Aufgerundet vergeben wir demnach vier Lecker-r, empfehlen diese familiär geführte Gastronomie also für einen Besuch.

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