Testessen: Fuchs Blau landet im Mittelfeld – sehr gutes Essen

4. Dezember 2017 von
Unsere Testesser besuchten das Restaurant Fuchs Blau im Braunschweiger Magniviertel. Fotos: Marc Angerstein

Braunschweig. Die regionalKulinarisch.de-Testesser waren zu Gast im Magniviertel. Im ehemaligen Stadthotel Magnitor, dem heutigen Magni Boutique Hotel, befindet sich das Restaurant Fuchs Blau. Zwei Suppen, drei Vorspeisen – zwei davon Salat – und sechs Hauptgänge wurden geboten. 

In das historische Bauwerk fügt sich das Restaurant sehr modern und zeitgemäß ein. Dunkle Holztische, dunkle Wände und gedämmtes, indirektes Licht flößen Gemütlichkeit ein. Rustikal-moderne Anmutung, geschmackvolle Dekoration inklusive ausgestopftem Fuchs, naturfarben belassen – nicht blau. Dazu ein junges, unkonventionelles Team im Service, offenbar nicht vom Fach, aber sehr freundlich.

Es standen gute Weine auf der Karte, leider fehlten die Jahrgangsangaben und erfragen konnten wir sie leider auch nicht. Die Weinberatung war eher mangelhaft. Aber der Jahrgang steht ja auf der Flasche, so wussten wir dann auch, was wir bestellt hatten. Entschieden haben wir uns für einen 2016 Grauen Burgunder Kabinett des Winzers Arndt Köbelin. Dieser Grauburgunder ist ein Klassiker des Kaiserstuhls mit kräftiger strohgelber Farbe und silbernen Reflexen. Feine Walnussaromen und gelbfleischiger Apfel paaren sich mit einer wunderbaren Einheit aus Finesse, Kraft und Mineralität. Ein sehr guter Wein für unter 30 Euro in sehr hochwertigen Gläsern dargeboten. Weinkühler inklusive.

Fast wie geeist wirkte die Vorspeise Caesar-Salat mit Parmesan und Kirschtomaten für 7,50 Euro. Optisch sehr ansprechend und auch geschmackvoll. Für unseren Geschmack etwas trocken angemacht, etwas mehr Ceasar-Dressing hätte dem Gericht gut getan. Das wäre dann wohl aber zu Lasten des optischen Eindrucks des geeisten Salates gegangen. Dazu wurde ein bißchen Baguette in Scheiben etwas lieblos auf einem Teller gereicht.

 

Der Hauptgang: Klassisches Wiener Schnitzel mit Bratkartoffeln und Gurkensalat. Auf vorgeheizten Tellern wurden zwei kleine, nicht zu dicke und nicht trockene Kalbsschnitzel mit Zitrone, Kapern und Sardellen serviert. Die Bratkartoffeln kross und lecker, das Fleisch von hoher Qualität und heiß. Der Gurkensalat in separater Schale gereicht, traditionell und einfach angemacht. Ein sehr guter Hauptgang, schnelle Einigkeit am Tisch: selten so gute Wiener Schnitzel gegessen. Der Preis: 22,50 Euro.

 

Die Crème Brûlée sah so gut aus, dass wir vor lauter Begeisterung noch vor dem Fotobeleg einen Löffel probierten (Entschuldigung). Geschmacklich auch sehr gut, aber leider kühlschrankkalt. Es fehlte uns die Wärme des frisch karamelisierten Zuckers. 6,50 Euro kostete dieses Dessert.

Angemessenes Preis-Leistungsverhältnis, gutes Essen. Dafür spricht auch, dass das Restaurant am Testabend sehr gut besucht war. Der Service hatte leichte Schwächen, so wurde auch Besteck erst auf Nachfrage nachgedeckt, ohne den nicht benötigten Löffel abzudecken. Salz- und Pfeffer-Menagen verblieben auch beim Dessert auf dem Tisch. Die Küche hat es rausgehauen: Von den fünf möglichen Lecker-r vergeben die regionalKulinarisch.de-Testesser dem Restaurant Fuchs Blau insgesamt drei Lecker-r. Es war also Leckerrr!

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