Testessen: „Echt Zucker“ im Zucker

14. Juli 2018 von
Unsere Testesser waren im Zucker und schnell völlig überzuckert. Fotos: Marc Angerstein

Braunschweig. Im Restaurant Zucker ließen sich unsere regionalKulinarisch.de-Testesser verwöhnen – und dies ist nicht übertrieben. In der ehemaligen Zuckerraffinerie in der Frankfurter Straße genossen sie die qualitativ hochwertige Küche von Alexander Riehl und seinem Team.

Ein freundlicher Empfang und ein durchweg schlagfertiger Service. Wenn etwas fachlich nicht ganz korrekt lief, wurden diese ohnehin nur kleinen Fauxpas gekonnt weg gelächelt. Vorweg ein kleines Glas Champagner Veuve Noizières (0,1 für 8,50 Euro). Ein idealer Aperitiv: Ein trockener Champagner, der aus den drei Rebsorten Pinot Noir, Chardonnay und Pinot Meunier im Verhältnis 60:20:20 gekeltert wurde und 18 Monate auf der Feinhefe reifen durfte. Dazu hausgebackenes Brot mit dreierlei Butter.

Der Gruß aus der Küche überzeugte sofort und animierte unsere Testesser die Küche verbal zurück zu grüßen. Creme Brulee von der Entenleber. Eine sehr gelungene Einstimmung in unser Essen in der wirklich beindruckenden Atmosphäre der ehemaligen Zuckerraffinerie. Rau gemauerte Wände und eine Deckenhöhe, die beeindruckt. Beeindruckend war auch der Wein: 2016 Gelber Muskateller vom Weingut Neumeister aus der Steiermark. Die „Steirische Klassik“ gilt als Österreichs Top-Muskateller. Ein trockener Wein mit einem sehr fruchtigen Bukett. Holunder, Limette, grüner Apfel – dabei kräftig am Gaumen. Die 0,75l-Liter-Flasche schlägt mit 38,00 Euro zu Buche. Die Flasche „feinperliges Wasser“ wird mit 7,60 Euro berechnet.

Der erste bestellte Gang: Ein Klassiker im Zucker, eine Empfehlung außerhalb der Karte. Eine Zitronengras-Curry-Kokos-Suppe mit Garnelen. Vollmundig, eine edle Vorspeise zu einem edlen Preis: 12,50 der Teller.

Ein wirklich zarter Kalbsrücken, auf den Punkt gegart mit sehr schmackhaften Kartoffel-Gurkenragout, Pfifferlingen und sehr aromatischer Meerrettichsoße. Der Hauptgang war sehr appetitlich angerichtet, dezent dekoriert und geschmacklich brilliant. Ein sehr gutes Essen, das der Gast für 34,00 Euro erstehen kann.

Das Dessert „Variation von der Sauerkirsche mit Holunder und Joghurt“ sah nicht nur gut aus, sondern schmeckte auch so. Für 9,50 Euro wurde die Kirsche in insgesamt drei Varianten zelebriert. Der Kirschkern wurde durch eine (karamelisierte?) Hülsenfrucht ersetzt. Dieser süß-säuerliche und gleichermaßen erfrischende Abschluss überraschte positiv. Mehr noch: Er begeisterte.

Ein Espresso wird mit 2,60 Euro berechnet, eine Tasse Kaffee mit 2,90 Euro. Dazu zwei Überraschungen: hausgezogene zart-bittere Schokopralinen und Cakepops. Süße Teigkugeln am Stiel, sogenannte Kuchen-Lollies. Die Überraschung ist gelungen, wurde genossen und für gut befunden.

Eine gepflegte Einrichtung mit Holzbar, gestärkte Stoffservietten und frische Blumen. Edle Gläser, Bestecke und hochwertiges Geschirr. Gedämpfte Musik und das Gefühl etwas Besonderes zu erleben. Der Besuch unserer Testesser wurde durchweg als Gourmet-Erlebnis empfunden. Nicht ganz günstig, aber der Qualität entsprechend angemessen. In der Redaktion waren die Kollegen sich schnell einig: „Das Zucker ist echt Zucker.“ Wir empfehlen es unseren Lesern als gute kulinarische Adresse in Braunschweig, regen dazu an, sich selbst zu überzeugen und vergeben voller Überzeugung die höchstmöglichen fünf von fünf Lecker-r.

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