Testessen: Das „Eat“ – Gutes Essen und Abenteuer in einem

12. Oktober 2017 von
Unsere Testesser besuchten das Eat in Wolfsburg. Foto: Marc Angerstein

Wolfsburg. „Eat“, dies ließen sich unsere Testesser nicht zweimal sagen und aßen, im „Eat“ in Wolfsburg. Keine klassische Tischdeckengastronomie, sondern ein modernes Großraumrestaurant. Geschmackvoll inszeniert. Gutes Essen, freundliches Personal, aber: Gemütlichkeit geht anders.

Eat. Wolfsburg. Burrata. Foto: Marc Angerstein

Italienische Burrata. Foto: Marc Angerstein

Ungemütlichkeit gehört zum Konzept. Der Grund: Die für diese Art von Gastronomie nicht ungewöhnliche Lautstärke und das ständige Aufstehen vom Tisch. Beim Eat handelt es sich nämlich um ein Selbstbedienungsrestaurant. Im Gegensatz dazu ist das Interieur sehr ansprechend, viel warmes Holz wurde verbaut und der Gastraum liebevoll dekoriert. Im vorderen Bereich Bänke und Hocker, im hinteren Bereich Tische und Stühle. Am Eingang erhält der Gast eine Plastikkarte, auf die alle Bestellungen am „Bestelltresen“ und an der Getränketheke gebucht werden. Diese Karte wird am Ausgang dann abgerechnet.

Aussuchen am Tisch, bestellen woanders. Das Publikum sehr gemischt. Alt und Jung gleichermaßen stellt sich in die kurze Schlange vor dem „Ordercounter“, wo wir uns eine Vorspeise und einen Hauptgang auf unsere Karte buchen ließen. Diese Bestellung landet dann auf digitalem Weg in der Küche, die durch „Butzenfenster“ offen und einsehbar ist. Dann laufen wir schnell weiter zur Bar, unsere Getränke bestellen und – nach nur kurzer Wartezeit – mitnehmen an den Platz. Dort wird dann gebannt auf den „Vibrationspager“ gestarrt, denn wenn der in Wallung kommt, ist die Vorspeise abholbereit.

Eat. Wolfsburg. Foto: Marc Angerstein

Vibrationspager, Bestell- und Abrechnungskarte, Wasser und Rosé. Ein Schnappschuss vom Tisch. Foto: Marc Angerstein

Die 0,75-Liter-Flasche „Viva con Agua“ für 5,20 Euro löscht den Durst. Das zarte Rosa des Weinglases schimmert im gedämmten Licht des Eat. Es hat unerwartet gute Weine auf der Karte. Wir haben uns für einen italienischen Pinot Grigio Rosé entschieden, wohl eine kleine Rarität. Die feine Säure des Rosé präsentierte sich rassig und erfrischend am Gaumen. Die Flasche für 15 Euro geschmacklich fast zu günstig. „Brrrrrrrrr, Brrrrrrrrrr, Brrrrrrrrrrr“ – der Vibrator gibt Lichtsignale, die von diesem sonoren „Brrrrrrrrrr“ akustisch begleitet werden.

Eat. Wolfsburg. California Burger. Foto: Marc Angerstein

Von der Essensausgabe unfallfrei bis zum Tisch: Der California Burger. Foto: Marc Angerstein

Nach einem kurzen „Spaziergang“ zur Essensausgabe stand dann die Burrata für 9,50 Euro auf dem Tisch. Oh – schnell nochmal zurück, Besteck vergessen… Dann aber: Sehr gut, der italienische Frischkäse, überraschend cremig und mit würzig angemachten Kirschtomaten mit Feldsalat umrahmt. Abgeräumt wird vom Personal. Der Hauptgang muss dann wieder geholt werden: Ein Beef-Burger im Classic-Brötchen, es gäbe aber auch Vollkorn- und Sesam. Entschieden haben wir uns für einen California Burger für 9,25 Euro. Alles Bio: Ein hausgemachtes Bio-Burger-Patty mit Burgersauce und BBQ-Sauce, einem Bio-Spiegelei, Bacon, Cheddar-Käse, Tomate, Salatgurke, Onion-Relish und Salat. Sehr saftig und alle Komponenten unübertrieben aufeinander abgestimmt. Wirklich lecker! Dazu ein paar Pommes aus süßen Kartoffeln und Ketchup, der Zunge nach ein bekanntes Markenprodukt. Das Eat hat diverse Desserts im Angebot, von denen wir keines probiert haben. Wir waren zu satt. Stattdessen gönnten wir uns eine hausgemachte „Rhabarber-Erdbeer-Limonade“, ein sehr erfrischender Abschluss, sehr fruchtig und wenig süß.

„Eat with heart“, steht über der Eingangstür. Dieses Motto können wir nur bestätigen. Das Personal an den Bestellknotenpunkten, der Essensausgabe, beim Abräumen am Tisch und am Eingangs-Ausgangs-Counter war durchweg sehr herzlich im Umgang mit uns. Unser Besuch war eine Art „Restaurant-Abenteuer“, Gäste die erstmalig im Eat zu Gast sind, müssen sich wohl aber erst einmal zurechtfinden. Die Qualität des Essens sehr gut, angemessenes Preis-Leistungsverhältnis. In der Kategorie dieser Art von Gastronomie kann man das Eat als hochwertig einstufen. Bei unserem Testessen erhält es vier von fünf möglichen Leckerrrr-r`s.

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