Testessen: Brasserie landet im Mittelfeld

26. September 2017 von
Unsere Testesser besuchten die "Brasserie an der Oker" und fanden es leckerrr. Foto: Marc Angerstein

Braunschweig. Unsere regionalKulinarisch.de-Testesser waren zu Gast in der „Brasserie an der Oker“ im Hotel Steigenberger der Löwenstadt. Freundliche Begrüßung, netter Service, guter Wein. Der Rest „so lala“.

Appetizer, Brasserie an der Oker. Foto: Marc Angerstein

Appetizer, Brasserie an der Oker im Hotel Steigenberger Braunschweig. Foto: Marc Angerstein

Der Rahmen stimmt. Die Location modern, die Tischdekoration passend. Ein Tisch am Fenster, gemütliche Anmutung. Es vergeht nur wenig Zeit, bis uns ein wirklich engagierter junger Mann die Karte reicht und erste Empfehlungen ausspricht. Entschieden haben wir uns für die Vorspeisen-Variation und einen Klassiker: Wiener Schnitzel. Der „Gruß aus der Küche“, Fenchelsalat mit Lachsforelle im kleinen Weckglas, war mit kleiner Gabel umständlich zu essen, aber schmackhaft.

Moderner, frischer Wein

Werkstoff. Foto: Marc Angerstein

Werkstoff. Dieser Wein begeisterte uns. Moderne Aufmachung, leckerer Cuvée. Foto: Marc Angerstein

Begleitet wurde er – und unser restlicher Abend – von einem trockenen Weißwein-Cuvée aus Riesling und Sauvignon Blanc, der uns so begeisterte, dass wir eine zweite Flasche nachbestellten. Unter dem Namen „WERKSTOFF“ hat der junge und moderne Winzer Max Pfannebecker in der südlichen Wonnegau einen frischen Frühlingswein abgefüllt. Die Frische stammt von der Säure. Der Wein überrascht mit „Sonne auf der Zunge“, denn fruchtige Aromen runden ihn ab.

Brot. Brasserie an der Oker. Foto: Marc Angerstein

Brot für drei Personen. Nur nicht schon vorher satt essen… Foto: Marc Angerstein

Wie immer in der Brasserie an der Oker, kommt das vermutlich hausgebackene Brot mit Kräuterquark und ausgeprägt streichfähiger Buttermasse. Diese nicht definierbare Creme hat trotzdem geschmeckt.

Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt nicht

Wahrlich enttäuscht waren wir von der Vorspeise, denn sie entsprach überhaupt nicht unseren Erwartungen. In der Karte als „Vorspeisenvariation Steigenberger“ für 16,50 Euro angepriesen, entpuppte sich die Variation dann leider als düpierter Salat, dem zwei Scheiben Räucherlachs, eine Scheibe Parma-Schinken und zwei kleine Stücke Ziegenkäse mit Kräuterrand angelegt wurden. Schnelle Einigkeit am Tisch: Hier stimmt das Preis-Leistungsverhältnis nicht. Hinlänglich gehen Gäste davon aus, dass bei einer „Vorspeisenvariation“ in der Karte sonst angebotene Vorspeisen variiert werden. Dem ist aber nicht immer so, wie man sieht. Die Qualität gut, aber normale Handelsware – in jedem gut sortierten Supermarkt günstig zu erstehen. Zum Räucherlachs gab es keinerlei Saucen, Marinaden oder Sahnemeerrettich, weder geträufelt noch gereicht.

Vorspeisenvariation Steigenberger. Foto: Marc Angerstein

Die Vorspeisenvariation Steigenberger für 16,50 Euro. Foto: Marc Angerstein

Das Wiener Schnitzel waren zwei

Als der Hauptgang gereicht wurde, waren wir wieder milde gestimmt. Zwei Wiener Schnitzel lagen auf dem Teller, der insgesamt appetitlich anmutete. Mehr Zitrone als „normal“, was uns die Möglichkeit gab, den Zitronensaft wirklich über das gesamte Kalbschnitzel zu träufeln. Es fehlten zwar die „Wiener-Schnitzel-typischen“ Sardellen, aber darüber schauten wir großzügig hinweg. Stattdessen gab es große Kapern, die auch für Kontraste auf dem Gaumen sorgten. Preiselbeeren sorgten für Süße und auch der Gurkensalat kam süßlich daher. Durchgefallen sind leider die Bratkartoffeln. Nicht vom Geschmack, sondern von der Konsistenz. Sie waren weich und lummig, obwohl sie optisch kross wirkten. Die Schnitzel selbst waren sehr gut zubereitet. Insgesamt war der Auftritt der zwei Schnitzel in der Komposition also zufriedenstellend und im Gegensatz zur Vorspeise auch zu einem angemessenen Preis: 22,50 Euro.

Wiener Schnitzel, Brasserie an der Oker. Foto: Marc Angerstein

Das Wiener Schnitzel waren zwei. Sie waren sehr gelungen, allerdings waren die Bratkartoffeln weich und lummig. Foto: Marc Angerstein

Auf ein Dessert haben wir verzichtet. Angeboten wurde ein Schokoladenkuchen, ein Orangenparfait oder Eisvariationen der Marke MÖVENPICK.

Insgesamt waren wir mit dem Abend zufrieden und gut gesättigt, das Servicepersonal hat viele kleine Ungeschicklichkeiten am Tisch weggelächelt. Nach reger Diskussion geben wir für dieses Testessen ein Leckerrr mit drei von fünf möglichen regionalKulinarisch.de-r`s.

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