Testessen: Block House – Gute Qualität aber hohe Preise

11. Juli 2018 von
Zum ersten Mal testete unsere Redaktion eine Systemgastronomie. Fotos: Marc Angerstein

Braunschweig. Das erste „Block House“ wurde 1968 in Hamburg eröffnet, das fünfzigste im Herbst letzten Jahres in Essen. Einer dieser fünfzig Fullservice-Systemgastronomie-Betriebe ist seit vielen Jahren in Braunschweig beheimatet, gegenüber des Theaters im Steinweg. Dort waren heute Mittag die regionalKulinarisch.de-Testesser zu Gast. 

Am Abend sind in diesem Restaurant erfahrungsgemäß meist alle Tische besetzt, dann kommt auch manchmal der Service ins straucheln. Heute Mittag war das Block House eher übersichtlich besucht und am Service gab es (fast) nichts zu meckern. Überwiegend freundlich, teils aufmerksam und schlagfertig war das Personal, nur die Salzmenage und die Pfeffermühle verblieben beim Dessert auf dem rauhen Holztisch. Kaum die Karte in der Hand, wurde bereits die Bestellung erwartet. Ein bisschen mehr Zeit zur Auswahl von Speisen und Getränken wäre ratsam. Nun gut, Systemgastronomie eben, mag der kulante Leser denken. Dafür aber eine tendenziell hochpreisige.

Auf dem rot-weiß karierten Tischset wurde eine als „neu“ deklarierte Vorspeise serviert: Tomaten und Mozzarella. Drei kleine halbierte Büffelmozarella-Kugeln an sechs Scheiben Tomaten, angemacht mit frischem Basilikum-Pesto, dazu Avocadocreme und Steakbrot für 8,30 Euro. Diese Kombination ist natürlich Geschmacksache, aber wir fanden es ganz spannend.

Der Hauptgang: Zarter Lammrücken, 160 Gramm sehr zartes und gut gewürztes Fleisch, auf den Punkt rosa gegrillt. Sehr gelungen. Dazu die typische Block House-Kräuterbutter auf einer Scheibe Zuccini,  Blattspinat und Kartoffel-Gratin. Ein Genuss mit frischen Deko-Schnittlauch für 19,70 Euro.

Dazu gönnten wir uns ein Glas Grauburgunder Oktav aus dem Weinhaus Dr. Heger, aus den sonnenverwöhnten Weinbergen des Kaiserstuhls in Baden. Intensives Bukett von reifen Birnen, Aprikosen und geschälten Mandeln. Lebhaft und frisch im Geschmack, mit feiner Zitrusfrucht und unaufdringlicher Würze. Das 0,2-Glas wird mit 7,70 Euro berechnet.

Das Dessert war eine Portion  Tiramisu für 4,10 Euro zu dem wir uns eine Kugel Eis „Mövenpick-Crème Vanilla für 1,80 Euro bestellten, was ohne Probleme möglich war. Die Dekoration bestand neben dem kräftigen Kakaopulver aus einer Physalis-Frucht, die eher wie ein Fremdkörper wirkte und geschmacklich einen starken Kontrast zur mild-sahnigen Mascarpone-Creme bildete.

Explizit erwähnen möchten wir noch den Preis für eine Tasse Kaffee: 2,70 Euro. Allerdings gab es dazu einen gehaltvollen Erdnuss-Keks, der sehr gut schmeckte.

Dieses beschriebene Testessen schlug mit 44,30 Euro zu Buche. Die Portionen relativ klein. Geschmacklich und qualitativ waren wir sehr zufrieden, wir hatten einen gemütlichen Fensterplatz, eine hochwertige Zellstoffserviette und überwiegend freundliches Personal. Wassergläser und Weingläser sind identisch, was einen irritierenden Eindruck machte, aber kein relevanter Kritikpunkt ist. Insgesamt bewerten wir diesen ersten Systemgastronomie-Test in der Geschichte unserer Online-Zeitung als positiv, empfehlen es zum eigenen Besuch und vergeben vier von fünf möglichen Lecker-r.

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