Testessen: Adams Schützenhof ist ein „Volltreffer“

26. Juli 2018 von
Alte Schale, moderner und frisch sanierter Kern: Adams Schützenhof begeisterte unsere Testesser in Sachen Qualität und Preis-Leistungsverhältnis. Fotos: Anke Donner/ Marc Angerstein

Hornburg. Sonja und Michael Adam versprechen in der kleinen Fachwerkstadt Hornburg „gepflegte Gastlichkeit“. Unter dem Namen Adams Schützenhof betreiben sie ein Hotel mit Restaurant und angeschlossenem Biergarten. Die regionalKulinarisch.de-Testesser ließen sich hier überraschen und verwöhnen.

Vorneweg: Adams Schützenhof ist ein sehr gelungenes Beispiel dafür, dass traditionelle Gastronomie nicht altbacken daher kommen muss. Hinter der alten Fassade versteckt sich ein sehr geschmackvoll eingerichteter Gastraum. Viel 3-D-Dekoration, mit knisternder Feueranmutung, warmen Farbtönen und modernen Holz. Grüne Natur wird suggeriert.

Zwei wechselnde aber durchweg aufmerksame Bedienungen. Authentisch, nicht überkandidelt, zum Haus und zu Hornburg passend. Die Küche überrascht! Vorweg etwas warmes Brot mit Tomatencreme? Genau wusste es die Bedienung zunächst nicht, legte sich dann aber auf  „Tomatencreme“ fest. Der Gruß aus der Küche war lecker und leicht pikant. Der erste Gang: Eine sehr schmackhafte sämige Karotten-Ingwersuppe mit Sahnehaube. Die leichte Schärfe des Ingwers schmeckt nicht überbetont durch. Keine kleine Portion, nicht in einer schnöden Suppentasse serviert, sondern geschmackvoll angerichtet. Mit 4,20 Euro zu einem durchaus angemessenen Preis.

Der Hauptgang „Tagliarini mit zwei Schweinemedaillons, Pfifferlingen, Tomatenstreifen, Ruccola und etwas Parmesankäse. Das Fleisch auf den Punkt gegart, saftig und gut gewürzt, ergänzte den heimlichen Star und den Geschmacksträger des Gerichts „die frischen Pfifferlinge“ perfekt. Ein sehr gelungener Gang. Mit 13,50 Euro sogar relativ günstig…

Überhaupt ist preislich nichts zu beanstanden. Adams Schützenhof zeichnet sich durchweg durch ein gutes bis angemessenes Preis-Leistungsverhältnis aus. Ein 0,5 Weizenbier vom Fass wird beispielsweise mit 4,00 Euro berechnet, ein 0,4 Alster beispielsweise mit 3,20 Euro. Ein Rumpsteak „wie es der Chef mag“, mit Speckkruste auf grünen Bohnen mit frischen Pfifferlingen und Demiglacé mit Bratkartoffeln kostet 25,00 Euro. Die Pfifferlinge waren gut geputzt, oft ein Schwachpunkt in der Gastronomie, nicht aber in Hornburg.

Das Dessert war süß, zwei von drei Testessern etwas zu süß. „Luftiges Erdbeermus an Zitroneneis fein garniert“, stand in der Karte. Obwohl noch Erdbeer-(end-)saison ist, fand sich nicht eine Erdbeere auf dem Teller. Das Zitroneneis erinnerte etwas an ein Sorbet, war säurebetont und sehr erfrischend. Die Konsistenz des „Mus“ (wohlgemerkt nicht des Mousse) war weich, die Masse nicht genau zu definieren. Nur leichter Erdbeergeschmack. Erwartet hatten wir ein Fruchtmus, ein Erdbeerpüree – jedenfalls Erdbeeren. Das Dessert schlug mit 4,80 zu Buche.

Insgesamt waren unsere Testesser sehr zufrieden und vergeben (mit aufgerundeten 4,6 Punkten) fünf von fünf möglichen Lecker-r. Adams Schützenhof in Hornburg kombiniert stilvolle Moderne mit traditionellem Charme. Die Küche ist mit insgesamt drei unterschiedlichen Testhauptgängen immer mit voller Punktzahl bewertet worden und besonders ist die Fleischqualität hervorzuheben. Auch gemessen am Preis-Leistungsverhältnis empfehlen wir unseren Lesern diese Gastronomie gern für einen eigenen Besuch. Und danach drängt sich ein lohnenswerter Verdauungsspaziergang durch die historische Altstadt von Hornburg förmlich auf…

 

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