Schmackhaftes aus der Kräuterküche und dem Hexenkessel

30. April 2018 von
Auch heute kochen viele moderne Hexen in ihren Hexenküchen traditionell - ohne Fleisch mit vielen Kräutern. Fotos: Pixabay

Region. Vorsicht, die Hexen sind los! Gerade in unserer Region mit dem Harz sind Walpurgisfeiern sehr angesagt. Traditionell gilt die Nacht vom 30.  April auf den 1. Mai als die Nacht, in der die Hexen insbesondere auf dem Blocksberg (eigentlich aber auf dem höchsten Berg des Harzes, dem „Brocken“), aber auch an anderen erhöhten Orten, ein großes Fest abhielten. Dabei wird natürlich auch ordentlich gegessen.

Feste und Feiern zum Ende des Winters wurden in unserer Region auch schon in vorchristlicher Zeit gefeiert. Im frühen Mittelalter wurden sie der christlich geprägten Lebensart angepasst. Genauso änderten sich auch die Rezepte über die Jahrhunderte. Während heute auf den Veranstaltungen überwiegend Fastfood und Grillgut vom Imbisswagen  gereicht werden, gibt es noch historische Rezepte für den Hexenkessel.

 

Eines eint alle überlieferten Rezepte und Berichte zum „Walpurgis-Essen“: Sie basieren überwiegend auf frischen Kräutern und traditionell betrachtet sind sie fleischlos. In der Natur finden wir jetzt Ende April in unserer Region zur Walpurgisnacht zahlreiche Kräuter, die hier schon immer verkocht oder verarbeitet wurden:

  • Spinat oder Löwenzahn, wobei hier nur junge Blätter verarbeitet werden sollten
  • Giersch, junge Blätter wie Spinat zubereiten, ältere Blätter eignen sich als Gewürz für Quark, Suppen oder Salate
  • Gundermann, ideal zum Würzen von Suppen oder Quark, Gemüse oder Salate, sehr schmackhaft auch in Kombination mit Kartoffeln
  • Waldmeister, daraus wurde früher häufig die Maibowle angesetzt
  • Kresse, lecker auf Butterbroten, die Blättchen können aber auch in Suppen oder Salaten gereicht werden
  • Bärlauch, wie Kresse lecker auf Butterbroten, knoblauchähnlicher Geschmack der sich in Kombination mit Suppen oder Salaten gut entfalten kann. Auch mit Sahne und Quark kombinierbar.
  • Gänseblümchen, ganze Blätter können roh Salaten beigemengt werden. Gekocht ähneln sie Spinat. Auch die Blüten sind essbar, sogar sehr schmackhaft und darüberhinaus dekorativ: auf Butter- oder Schmalzbroten

Die modernen Hexen unserer Region zaubern auch heute fleischlose leckere Walpurgis-Gerichte. Von Kräuterquarks, über Möhrensuppen oder Möhrenaufläufen, Kartoffelsalaten, Tomaten-Gurken-Salaten mit Butterbroten und Gänseblümchen. In den Hexenkesseln kann jeder „frei Schnauze“ köcheln, was die Natur so hergibt. Wohlgemerkt, traditionell fleischlos.

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