Salat aus der Tüte – Warnung vor Listerien

19. September 2017 von
Salat aus der Tüte wird immer beliebter. "Aufgepimpt" mit Champignons oder Tomaten ist er ein wahrer Genuss. Frische Basilikumblätter verhelfen zu einem wahren Geschmackswunder. Aber ist Tütensalat wirklich gesund? Foto: Marc Angerstein

Region. Deutsche essen rund fünf Kilogramm Salat pro Jahr. Viele decken sich mit dem gesunden und knackigen Grünzeug auf den Wochenmärkten unserer Region ein. Auch in den Obst- und Gemüseabteilungen der Discounter und Supermärkte gibt es eine sehr große Auswahl an Salaten und Gemüse. Der Trend geht aber weg vom Zupfen, Rupfen und Schneiden von Rohsalaten – hin zu Salat aus der Tüte. 

Tüte auf,  rein in die Salatschüssel – abgepackte Salatmischungen aus dem Kühlregal sind sehr bequem. Immer mehr Verbraucher nutzen Fertigsalate, weil sie keine Lust haben, Salate zu waschen und zu putzen. Oft bleibt auch mengenmäßig zu viel übrig und deshalb sind die fertigen Mischungen aus Eisberg- oder Feldsalat, Rucola und Radiccio, angereichert mit Spinat oder Möhrchenraspeln, preislich nicht zu schlagen. Nur bezogen auf 200 oder 400 Gramm Salat in den Tüten hat die Bequemlichkeit ihren Preis. Da kämen die Verbraucher tatsächlich deutlich günstiger weg, wenn sie ungewaschene Frischsalate selbst zerpflücken würden.

„Allerdings tummeln sich in fast jedem zweiten Beutel zu viele Keime“, heißt es in einem Testbericht der Stiftung Wartentest. Deshalb hat fertig geschnittener Tütensalat bei sehr vielen gesundheitsbewussten Essern ein schlechtes Image. Dabei enthält Salat von Natur aus Keime, die aber für den Menschen weitestgehend ungefährlich sind.

Salat muss beim Einkauf in die Kühltasche

Bei Stichproben sind erhöhte Keimbelastungen von Tütensalaten immer wieder ein Problem. Besonders betroffen sind dabei die offenen Schnittstellen der Blätter und Stiele. Der dort austretende Pflanzensaft (sogenannter Zellsaft) bietet einen idealen Nährboden für Keime. Gegen diese Keimvermehrung wird ein Schutzgas zum Salat in die Tüte gepumpt. Dabei handelt es sich um eine Mischung aus Sauerstoff, Kohlendioxid und Stickstoff, die für Verbraucher ungefährlich ist und auch die Qualität des Salates nicht beeinflusst. Übrigens auch nicht die Haltbarkeit. Entscheidend ist das Einhalten der sogenannten Kühlkette. Verbraucher sollten die Keimbelastung möglichst niedrig halten. Das bedeutet, dass Käufer den Salat vom Supermarktregal am Besten in einer Kühltasche nach Hause transportieren sollten. Nur dann dürfte das aufgedruckte Mindesthaltbarkeitsdatum einzuhalten sein. Nach Ablauf dieses Datums sollte man Tütensalat nicht mehr essen. Das gilt auch, wenn der Salat braune Stellen hat oder matschig aussieht.

Bundesinstitut für Risikobewertung warnt vor Listerien

In Tütensalaten werden bei Untersuchungen auch immer wieder Listerien gefunden. Diese können zu Magen-Darm-Problemen führen. Besonders betroffen dabei sind fertige Schnittsalate mit hohem Weißkohlanteil. Eine Stellungnahme des Bundesinstituts für Risikobewertung finden Sie hier.

Auch die Feuchtigkeit in den Tüten bildet einen idealen Nährboden für Keime und Schimmelpilze. Riecht der Salat nach dem Öffnen der Tüte gärig oder nach Hefe, sollte er entsorgt werden.

Für gesunde Menschen ist Salat aus der Tüte kein Problem. Verbraucher können weiterhin unbesorgt auch zu Tütensalaten greifen, wirklich gesundheitsgefährdende Verunreinigungen wurden bisher bei Tests nicht gefunden. Die empfohlene Kühlung kann Keime zwar nicht abtöten, aber ihre Vermehrung kann stark verlangsamt werden. Salatessern mit empfindlichen Mägen, Menschen mit Immunschwäche und Schwangeren empfiehlt das Bundesinstitut für Risikobewertung  vorsichtshalber auf den Verzehr von Tütensalaten zu verzichten. Je schneller fertiggeschnittener Salat nach dem Einkauf gegessen wird, desto besser. Und auch wenn auf der Tüte „verzehrfertig“ und „gewaschen“ steht, empfiehlt sich eine weitere Wäsche in einem Nudelsieb.

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