Kulinarisch eingekauft

Kartoffelprodukte weiter gefragt

Kartoffelverzehr pendelt sich bei um die 60 Kilogramm ein

Pellkartoffeln oder Kartoffeln werden weniger gegessen, Kartoffelprodukte legen im Handel zu.
Pellkartoffeln oder Kartoffeln werden weniger gegessen, Kartoffelprodukte legen im Handel zu. Foto: Pixabay

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18.02.2020

Region. Niedersachsens Landwirte, auch viele hier bei uns zwischen Harz und Heide, setzen auf Kartoffeln, fast jede zweite in Deutschland geerntete Kartoffel wuchs auf einem niedersächsischen Acker. Aber der Absatzmarkt verändert sich.

Im Verkauf lässt sich ein eindeutiger Trend beobachten: Verbraucherinnen und Verbraucher wollen sich in der Küche nicht mit langen Vorbereitungsarbeiten aufhalten, sie wählen zunehmend Kartoffelprodukte. Sie haben nach Analysen der Bonner Agrarmarkt-Informations-GmbH (AMI) im vergangenen Jahr so viel Kartoffelprodukte gekauft wie nie zuvor. Allein auf Tiefkühlprodukte entfallen bereits 196.000 Tonnen (t), wichtigstes Produkt bleiben hier die Pommes. Aber auch gekühlte Kartoffelprodukte wie Bratkartoffeln, Schupfnudeln oder Gnocchi legten deutlich zu und brachten es auf 104.000 t.

Weniger stark nachgefragt werden dagegen die sogenannten Trockenprodukte wie Kloßmehl. Die Einkäufe frischer Kartoffeln haben die deutschen Verbraucher im vergangenen Jahr leicht reduziert, der klassische Lebensmitteleinzelhandel verkaufte deutlich weniger Kartoffeln, lediglich auf Wochenmärkten gab es eine gegenläufige Entwicklung.

Mit einem Pro-Kopf-Verzehr von 60,4 Kilogramm im Jahr 2017/18 wird nur noch ein Drittel der Kartoffelmenge verzehrt wie 1950/51 mit 186 Kilogramm. Nach der Jahrtausendwende 2000/01 war der Kartoffelverzehr auf 70 Kilogramm gesunken und erreichte mit 57,9 Kilogramm im Jahr 2010/11 einen Tiefstand. Seitdem pendelt er auf einem Niveau von 58 bis 60 Kilogramm, teilt der Landesbauernverband Niedersachsen mit.

Die Kartoffel wurde erstmals im 16. Jahrhundert erwähnt. Die aus Südamerika stammende Pflanze wurde in Deutschland durch den Preußenkönig Friedrich den Großen mit Gewaltmaßnahmen sowie List und Tücke eingeführt und bewährten sich in der Zeit der Schlesischen Kriege von 1740 bis 1763 als Lebensmittel gegen den Hunger. Seit Ende des 18. Jahrhunderts breitete sich die Kartoffeln in Europa aus, heute gilt Asien als führend im Kartoffelanbau. Die heutigen Vorlieben im Kartoffelverzehr belegen die Wandlungsfähigkeit dieses Grundnahrungsmittels.

Als Pellkartoffel zubereitet genügt die Knolle übrigens ganz aktuell den Ansprüchen der schnellen Küche. Mit einem kurz gebratenem Stück Fleisch, Fisch oder einem Eiergericht und einem Salat ergänzt, lässt sich schnell, ein individuelles Gericht zubereiten.


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