Hausgemachte Tagliolini mit schwarzen Trüffeln im La Domenica

20. Oktober 2014 von

Im La Domenica treffe ich Francesco Scaccianoce. Er hat eine besondere Vorspeise vorbereitet: hausgemachte Tagliolini mit schwarzen Trüffeln.

Hausgemachte Tagliolini mit schwarzen Trüffeln im La Domenica.

Hausgemachte Tagliolini mit schwarzen Trüffeln im La Domenica.

Essen und Zeit. Die beiden Dinge gehören zusammen. Der Gang vor den Gängen, die Vorfreude, ist gratis. Warum sie also auslassen? Und selbst im Alltag kann eine kleine Vorspeise viel zum Wohlbefinden beitragen. In Italien ist sie eigentlich üblich. So weit jedenfalls, wie nicht Fastfood-Hetze regiert. Fürs Essengehen auf jeden Fall. Bei La Domenica bin ich verabredet, um ein Primo Piatti zu probieren. Francesco Scaccianoce telefoniert. Man muss diese italienische Art einfach mögen. Trotz »Telefonino« – ist doch wesentlich schöner als Handy – ist die Sprache mit Gesten begleitet. Auch die noch so nüchternste Nachricht klingt irgendwie poetisch und herzlich.

Francesco-Tagliolini-2

Was heißt Multi-Tasking aus Italienisch?

Und während er am anderen Ende vermutlich ein Problem klärt, weist Francesco mir gleichzeitig einen Platz zu. Außerdem sorgt er dafür, dass ein Espresso auf dem Tisch steht. So was nennt man multi-tasking-fähig. Was mag das wohl auf Italienisch heißen? »Ich habe heute etwas vorbereitet. Das ist einfach und genial. Hausgemachte Tagliolini mit schwarzem Albatrüffel«, schwärmt er übergangslos, nachdem das Telefongespräch beendet ist. In der Regel ist das Einfache, Schnörkellose ohnehin das geschmacklich beste.

Der passende Wein aus Alba

Die Tische werden gerade eingedeckt. Frische Rosen. Und während Francesco das Gericht erläutert, prüft er gleichzeitig die Vasen. Die sähen nicht schlecht aus, aber er habe da andere gesehen. Die wären besser. Die schwarzen Trüffel haben noch bis zum Februar Saison. Und bis dahin empfehle er diese Spezialität gern. Tagliolini sind praktisch flach gedrückte Spaghetti. Die werden in Öl und etwas Salbei geschwenkt. Dazu gibt’s einen kleinen Schuss Sahne und die traumhaften Trüffel. Von meinem Platz aus kann ich sehen, wie sie in der Küche kunstvoll zusammen gedreht werden. »Dazu passt ein Barbera d’Alba. Er hat die gleiche Heimat wie der Trüffel«, schwärmt Francesco.

Ein Barbera d’Alba.

Ein Barbera d’Alba.

Nussig frische Aromen

Und er hat recht. Der italienische Rotwein aus der Hügellandschaft rund um Alba harmoniert bestens mit den nussigen Aromen des Trüffels und der leichten Pasta. Barbera ist die Traubensorte. Bevor der Wein auf die Flasche gezogen wird, reift er ein bis zwei Jahre im Eichenfass. Ein bisschen erinnert der intensiv rubinrote Wein an Barolo. Die Tagliolini sind jedenfalls ein perfekter Start zu einem traumhaften Menü. Während der feine Geschmack noch nachklingt, sinniere ich, was darauf folgen könnte. Francesco ist schon wieder am Telefonieren. Mit einem Augenzwinkern verabschiedet er mich. »Ciao«.

Hier geht’s zur Internetseite des La Dominica. Das Kulinarisch38-Porträt.

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