Gläser und Etikette

30. Januar 2016 von

Gute Gläser gehören zum Genuss. Aber wie geht man damit um? Darf ich am Stil anfassen? Oder das Glas mit den Händen wärmen? Babette Gott, Trainerin für Business-Etikette gibt für Kulinarisch38 Rat.

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Hochwertige Gläser bestehen aus Kristallglas. Dadurch haben sie einen schöneren Klang und mehr Brillanz als einfache Gläser. Bleikristallgläser sind heutzutage verboten, da Blei gesundheitsschädlich ist und Spuren davon an das Getränk abgegeben werden könnten.

Es lassen sich zwei Grundformen unterscheiden: die Stielgläser und die Bechergläser.

Bechergläser, wie der Whisky-Tumbler, das Highball-Glas oder der Bierbecher werden stets im unteren Bereich angefasst.

Stielgläser wie Wein- oder Sektgläser greift man mit Daumen und zwei oder mehr Fingern am Stiel (je nach Handgröße und Platz). Bitte dabei nicht den kleinen Finger abspreizen, das ist wirklich nicht distinguiert! Der Vorteil des Anfassens am Stiel ist, dass das Getränk nicht durch die Hand erwärmt wird.

Hier kommt die Hand mit ins Spiel

Erwünscht ist die Handwärme hingegen bei hochwertigen Bränden, die deshalb auch immer öfter in Cognacschwenkern serviert werden. Diese Gläser nehmen Sie mit dem Stiel zwischen zwei Finger und schwenken das Getränk in der warmen Handfläche, damit sich das Aroma gut entfalten kann. Solche Brände werden nie „auf ex“ heruntergekippt, sondern ähnlich zelebriert wie ein guter Wein.

Das schnelle Trinken mit einem Schluck ist bei geeisten Spirituosen üblich, wie z.B. Aquavit, nicht aber bei hochwertigen Spirituosen auf Eis, wie „Whisky on the rocks“.

Noch ein kleiner Hinweis zum Eindecken der Gläser: Das Weinglas zum Hauptgericht steht ca. 1 cm über der Spitze des Messers zum Hauptgang. Es gilt als das Richtglas, an dem weitere Gläser ausgerichtet werden. Üblich ist es noch, ein bis zwei Gläser für Wasser und einen anderen Wein einzudecken, die leicht nach rechts unten versetzt angeordnet werden, zumeist in einer Linie, bei Platzmangel auch in Form eines Dreiecks.

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Übrigens sollte das letzte Glas des Gastes nie abgeräumt werden, es sei denn man serviert Kaffee. Das Sitzen am leeren Tisch ist so ungemütlich, dass man dann doch lieber nach Hause geht. Aber das könnte ja manchmal auch gewollt sein…

Seit 25 Jahren gibt es eine regionale Glasserie von Harald L. Bremer unter dem Namen HLB. Als Werkstoff wurde reines Bleikristall mit mindestens 24 % PbO verwendet. Die Gläser sind mundgeblasen und von handgefertigt. Hier gibt es weitere Infos.

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