Kulinarisch eingekauft

Corona-Krise: XXL-Packungen sind nicht gefragt

Da die Gastronomien in unserer Region als Abnehmer ausfallen, sind die Haushaltspackungen in Supermärkten und Discountern umso wichtiger.

von Marc Angerstein


Käse und Milchprodukte sind auch in Zeiten der Corona-Krise sehr gefragt. Foto: pixabay

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02.04.2020

Region. Käse, Milch, Sahne, Butter – niedersächsische Milchprodukte sind aktuell gefragt wie nie. Das trifft in besondere Weise für die normalen Haushaltsgrößen zu, ohne dass es dabei zu Hamsterkäufen käme. Diese Produkte sind nämlich frisch und verderblich. Anders sieht das derzeit bei Großpackungen aus, die insbesondere in Großmärkten wie List, Selgros oder Metro in unserer Region für die Gastronomie ausgeliefert werden.

„Die XXL-Formate für die Gastronomie, Kantinen und andere Großkunden haben zurzeit nahezu keine Kunden“, schildert Jan Heusmann, Vorsitzender im Milchausschuss des Landvolkes Niedersachsen. Grund dafür sind die angeordneten Schließungen von Gastronomiebetrieben wegen der aktuellen Corona-Pandemie. Dadurch ergeben sich deutliche Verschiebungen im Milchmarkt wie auch auf anderen Agrarmärkten. Sie stellen in erster Linie Molkereien, die sich auf die Belieferung des Gastronomie- und Großverbrauchersegmentes spezialisiert haben, vor große Herausforderungen: Ihnen ist der Markt weggebrochen.

Die fundamentalen Daten für den Milchmarkt dagegen bezeichnet Heusmann als positiv. Die Auszahlungspreise für die rund 9.000 niedersächsischen Milchviehhalter liegen seit gut einem Jahr auf einem Niveau von um die 33 Cent je Kilogramm. „Aus Erzeugersicht müsste dieser Betrag natürlich höher sein, zumal die Wetterereignisse der vergangenen drei Jahre bereits hohe Zusatzkosten verursacht haben“, fügt Heusmann an. Die Milchbauern hoffen weiter auf auskömmliche Erzeugerpreise für ihre Milch, die fast ausnahmslos unter Erfüllung der höchsten Gütestandards an die Verarbeitungsunternehmen geliefert wird, heißt es seitens des Landesbauernverbandes.


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